Donwörther Zeitung
Artikel vom 28.02.08

 

Neuer Schwung für den Kesseltalring

Tapfheim (mia) - Langsam, aber sicher zeichnen sich für den Kesseltalring, die Rennstrecke des Motor-Clubs Kesseltal (MCK) bei Brachstadt, geordnete Bahnen ab. Jetzt fasste der Gemeinderat Tapfheim den förmlichen Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Flächennutzungsplanes mit den Gegenstimmen von Leonhard Kleinle und Dr. Thomas Mors. Den Grundsatzbeschluss für den Bebauungsplan hatte das Gremium bereits im Oktober vergangenen Jahres getroffen.

Ende der Unsicherheit nun absehbar

Mit der aktuellen Entscheidung scheint nun ein Ende der Unsicherheit über die Zukunft des MCK absehbar. Wie mehrfach berichtet, liegt für den Rundkurs bei Brachstadt keine Baugenehmigung vor. Die Anlage befindet sich außerdem zum Teil in einem europäischen Vogelschutzgebiet. Nach vielen Diskussionen wurde es dem Verein gestattet, mit einer Ausnahmeerlaubnis ein Rennen auszutragen.

Mit seinem Beschluss machte der Gemeinderat den Weg für den Verein frei, zu einem genehmigten Bebauungsplan für das Gelände zu kommen. Zunächst allerdings steht nur die Änderung des Flächennutzungsplanes an. Die Gemeinde war vom Landratsamt angewiesen worden, mit den weiteren Abschnitten der Planung schrittweise nachzuziehen.

Rennen nur im September

Für einen Bebauungsplan und damit eine gesetzliche Grundlage des Kesseltalrings sieht es, nach Meinung von Karl Malz, "nicht schlecht aus". Ein Rennen könnte nach der derzeitigen Sachlage allerdings nur im September stattfinden. Denn nur für diesen Zeitraum gebe es eine aussagekräftige Untersuchung, in welchem Umfang die Vogelwelt tangiert wird.

Vor, während und nach dem Rennen wurden im vergangenen Jahr entsprechende Studien zur Vogelwelt und zum Lärm für die Tierwelt gemacht. Aufgrund der Ergebnisse kann nun eine Veranstaltung im September erlaubt werden. "Nach jetzigem Stand spricht nichts dagegen, dass Motorsport im Vogelschutzgebiet möglich ist, solange die Population nicht gestört wird", so der Bürgermeister. Genau das sei mit den vorliegenden Ergebnissen belegt worden.

Ob es möglich sei, die Planung bis zum Herbst durchzuziehen, fragte Franz Kunz nach. Es komme darauf an, dass ein genehmigungsfähiger Bebauungsplan vorliegt, formulierte Malz die Forderung des Landratsamtes.

Bedenken wegen nachträglicher Genehmigung

Bedenken zur nachträglichen Genehmigung der Rennstrecke äußerte Dr. Thomas Mors. "Wir können Gefahr laufen, dadurch einen Präzedenzfall zu schaffen", so der Gemeinderat.

Irgendwann sei der Nächste da, der einen Bau nachträglich genehmigt haben will. "Und was dann, wenn er sich auf diesen Vorgang bezieht?", wollte Mors wissen. Bürgermeister Malz sicherte zu, die Frage mit den Juristen beim Landratsamt zu klären.

 

Quelle: Online-Archiv Donauwörther-Zeitung