Tapfheim
Der Kesseltalring kommt wieder in Fahrt: Mit vier Wochen Verzögerung fasste
der Gemeinderat Tapfheim am Dienstagabend den Aufstellungsbeschluss für den
Bebauungsplan der Rennstrecke des Motor-Clubs Kesseltal (MCK) bei Brachstadt.
Die formelle Entscheidung war notwendig geworden, um die Bauleitplanung für
den bestehenden, aber noch nicht genehmigten Kesseltalring voran zu bringen.
Der Beschluss, der mit der Gegenstimme von Leonhard Kleinle gefasst wurde, ist
keine Vorentscheidung darüber, ob der Kesseltalring letztendlich genehmigt werden
wird oder nicht.
In der Sitzung des Gemeinderats vor vier Wochen war die Entscheidung, wie berichtet, nach intensiver Diskussion vertagt worden, da verschiedene Details noch zu klären waren. Vor der Abstimmung am Dienstagabend informierte Bürgermeister Karl Malz nun über das Gespräch mit Vertretern des MCK Ende September, an dem auch Mitglieder der Fraktionen des Gemeinderats teilgenommen hatten. Am "runden Tisch" wurde ein Satzungsentwurf erarbeitet, in dem unter anderem Einzelheiten über die Nutzung des Kesseltalrings festgelegt sind. Die Wünsche des MCK nach vier Renntagen im Jahr und Trainingsstunden auf wenige Monate begrenzt, wurden dargelegt.
Die Machbarkeit der Rennstrecke allerdings und ihre Nutzung werde sich erst im Rahmen des Bauleitverfahrens aus den Beurteilungen der Behörden, den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und den Gutachten ergeben, sagte Malz. Er betonte, der Gemeinderat stimme "nicht über die Satzung" ab. Dem Verein sei bewusst, so der Bürgermeister, dass er "alleiniger finanzieller Träger des Verfahrens ist, egal, was letztendlich das Genehmigungsverfahren ergibt".
Eine Diskussion, wie bei der Sitzung vor vier Wochen, gab es am Dienstagabend nicht. Für neuen Diskussionsstoff allerdings hatte der Bund Naturschutz (BN), Ortsgruppe Tapfheim, mit einem offenen Brief kurz vor der Sitzung des Gemeinderats gesorgt. Erneut wiederholte der BN die Behauptung, es sei "unstrittig, dass es sich bei der Rennstrecke um einen Schwarzbau handelt". Vertreter des Vereins zeigten sich über entsprechende Veröffentlichungen verwundert, nach den vielen Gesprächen, die zum Thema mit allen stattgefunden hatten. "Wir sind froh über den Beschluss des Gemeinderats", meinte Bernhard Eberle, 1. Vorsitzender des MCK gegenüber unserer Zeitung, ohne weiter auf die Vorwürfe des Bund Naturschutz einzugehen. "Wir befinden uns in einer offenen Genehmigungsphase", so Eberle. Die nötigen Gespräche würden derzeit mit der Gemeinde und dem Landratsamt geführt. Während des jüngsten Rennens im September waren vom Landratsamt Gutachten angeordnet worden. "Vor, während und nach dem Rennen wurden entsprechende Studien zur Vogelwelt und zum Lärm für die Tierwelt gemacht. Die ersten Gutachten liegen vor, die Zusammenfassung wird derzeit erstellt", informierte Bernhard Eberle. Frühere lärmtechnische Gutachten mit Auswirkungen auf die Bevölkerung lägen bereits vor.
Artikel vom 25.10.07
Donauwörther-Zeitung
Quelle: Online-Archiv Donauwörther-Zeitung